Ein Foto hält fest, was im Geist zu verfliegen droht. Es ist das Zeichen dafür, dass Sie versuchen, einen Augenblick oder eine Erkenntnis zu bewahren, die sonst dem Fluss der Zeit entgleitet.
Dort, wo das Festhalten stattfindet, zeigt sich der Kern des Traums in der Art, wie das Erlebte betrachtet wird. Es geht um das, was bleibt, wenn der Augenblick bereits vorbei ist. Was Sie festhalten, bestimmt, wie Sie die Welt sehen.
Ein Bild kann die Wahrheit zeigen oder sie verbergen. Wer im Traum ein Foto sieht, begegnet der Notwendigkeit, sich mit dem zu beschäftigen, was bereits geschehen ist. Ein Bild kann trügerisch sein.
Wenn Sie eine Kamera im Traum halten und das Glas, durch das man schaut, gesplittert ist, deutet dies auf einen Irrtum hin. Das Werkzeug, das eigentlich für die Klarheit der Sicht bestimmt ist, lässt Sie die Dinge nicht mehr recht erkennen, weil die Ordnung der Zeichen dem Blick die Schärfe raubt.
Das Vergessen zeigt sich in dem Traum, in dem Sie alte Fotos sehen, die bereits verblasst sind. Die Erinnerung verliert ihre Kraft, was bedeutet, dass Teile Ihres Erlebten bereits aus dem greifbaren Bereich Ihres Geistes gewichen sind.
Eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit findet statt, wenn Sie Fotos ansehen. Der Akt des Betrachtens zwingt Sie dazu, das, was festgehalten wurde, erneut durch Ihre Augen wandern zu lassen.
Ein Fotoshooting, das misslungen ist, bringt eine Unsicherheit mit sich, die die Fassade Ihrer Selbstdarstellung brüchig macht. Wenn Sie zudem ein Fotoalbum mit zerrissenen Seiten vor sich haben, führt dies zur Verleugnung der eigenen Geschichte, da die Bindung an die Vergangenheit durch die Zerstörung der Ordnung der Seiten unterbrochen wird. In beiden Fällen ist das Ringen mit dem, was war, von einem Gefühl der Unvollständigkeit begleitet.
Ein Gruppenfoto, das verblasst ist, zeigt eine Entfremdung von der Gemeinschaft an. Die Erinnerung an den Bund mit anderen verliert an Kontur, was den sozialen Zusammenhalt im Inneren schwächt.
Jonas TrautTraumdeuter deutet Ihre Träume
Im Traumbuch steht für jedes Zeichen ein kurzer Satz. Was dort einmal aufgeschrieben wurde, gilt, bis etwas Besseres geschrieben ist. Ein Traumbuch ist wie ein Kalender in der Küchenschublade, Sie schlagen nach und wissen Bescheid. Die Zeichen, die nur erschrecken, hat die Deutung von früher längst aussortiert. Was bleibt, ist kurz und meist tröstlich. Mehr braucht man nachts nicht.
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